mercoledì 12 agosto 2026

Felix Randau - Locarno 79


 Foto und Video © Michele Gavazza 2026

Interview und Texte © Beatrice Gavazza 2026


Am 7. August 2026 feierte Ich ist ein anderer von Felix Randau seine Premiere auf der Piazza Grande in Locarno – jener grossen Freiluftbühne, die zu den bekanntesten Spielorten des Festivals zählt. Für Randau, der Regie führte und gemeinsam das Drehbuch schrieb, war es nicht der erste Auftritt am Festival: Bereits 2017 war er mit Der Mann aus dem Eis (Iceman) in Locarno zu Gast.

Am Tag nach der Premiere trafen wir den Regisseur zum Gespräch – über seine Erfahrungen mit dem Festival und über den Film selbst. Wer Felix Randau begegnet, trifft auf einen sympathischen und zugänglichen Regisseur: offen, nachdenklich und ganz bei der Sache. Man merkt ihm die Begeisterung für sein Handwerk in jedem Satz an. Randau erzählte mit spürbarer Freude von der Arbeit am Film. Die Zusammenarbeit mit dem Schauspielensemble habe er als herausragend erlebt – und überhaupt sei der Dreh erstaunlich zügig und unkompliziert verlaufen. 





Ich ist ein anderer verhandelt die reale, bis heute umstrittene Figur Felix Kerstens (gespielt von Claes Bang), Masseur und Vertrauter des SS-Chefs Heinrich Himmler (Martin Müller), der nach dem Krieg für sich beanspruchte, zahlreiche jüdische Häftlinge vor dem Tod bewahrt zu haben – eine Behauptung, die die Geschichtsschreibung nie eindeutig geklärt hat. Ihm gegenüber steht Hedda Wohmann, eine Journalistin aus der Fantasie des Regisseurs, gespielt von Valerie Pachner, die Kersten in einer einzigen Nacht 1952 in einem Nachtzug nach Oslo zur Rede stellt. Im Zentrum des Films steht so die Spannung zwischen den beiden: ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel zwischen einem Mann, der seine eigene Geschichte längst zur Legende geformt hat, und einer Frau, die genau diese Legende zum Einsturz bringen will. Mit der Figur Heddas identifiziert sich Randau nach eigener Aussage besonders. Für die Geschichte hat er sich intensiv mit dem historischen Stoff auseinandergesetzt, bevor er sich an die Ausarbeitung des Drehbuchs machte.

Besonders am Herzen liegen ihm die Fragen, die der Film seinem Publikum stellt: Was ist Wahrheit, und lässt sich das Böse wirklich sauber vom Guten trennen? Randau zeigte sich sichtlich zufrieden darüber, dass sein Film diese Ambivalenz nicht auflöst, sondern aushält – und damit zum Nachdenken einlädt, statt einfache Antworten zu liefern.

Felix Randau - Locarno 79

  Foto und Video © Michele Gavazza 2026 Interview und Texte  © Beatrice Gavazza 2026 Am 7. August 2026 feierte Ich ist ein anderer von Feli...